<![CDATA[Charly Eyer Rennsportfoto - Charly\'s Blog]]>Thu, 13 Feb 2020 04:46:50 +0100Weebly<![CDATA[Elektroautos]]>Sat, 01 Feb 2020 23:00:00 GMThttp://ce-racingfoto.ch/charlys-blog/elektroautosIn der Schweiz verbreiten sich Elektrofahrzeuge immer mehr.
Auch wenn sie 2019 mit knapp 4 Prozent nur einen kleinen Anteil aller Neuwagen ausmachten, so ist das doch mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.
Bereits 2020 dürften Elektroautos einen Marktanteil von 10 Prozent erreichen und wird stetig steigen. Den, Autos mit Elektromotor gehört meiner Meinung nach die Zukunft.

Es gibt noch viele Autofans welche neuen Motorentechnik skeptisch gegenüber stehen, ja, diese sogar gänzlich ablehnen.
Hier zeigen sich viele Autofans plötzlich grüner als grün, sie kritisieren das diese E-Autos die Umwelt stark belasten würden.
Es ist richtig das bei der Produktion von einem Auto, egal welche Art Motor es antreibt, die Umwelt belastet wird.
Die Herstellung einer Lithium-Ionen-Batterie belastet die Umwelt heute noch deutlich stärker als jene eines Verbrennungsmotors. So etwa 50000 km muss ein E-Auto heute zurücklegen um hier gleichstand zu schaffen.

Ein weiterer Punkt welcher zu grossen Diskussionen und oft auch Hohn und Spot führt ist die Reichweite.
Zwischen 200 und 600 km schaffen E-Autos heute mit einer Stromladung. Da hinken diese Autos zwar noch etwas hinterher, ein Problem dürfte das allerdings in den wenigsten fällen darstellen.
Wie auch beim Benzin oder Dieselmotor ist diese Reichweite von der Fahrweise abhängig. Wer sparsam Fährt verbraucht weniger. Sparsames, Vorausschauendes fahren gilt allgemein bei den meisten Autofans als unsportlich und ist in diesen Kreisen verpönt.
Aber die öffentlichen Strassen sind dazu da, dem Menschen die Mobilität zu erleichtern, sie ist weder ein Spielplatz noch eine Sportstädte bei welcher es etwa um den Spass am fahren geht.

Ein E-Auto kann heute bei modernen Ladestationen in 20 – 30 Minute wieder bis zu 80% aufgeladen.
Eine 30 Minütige Pause nach 400 km fahrt werden wohl die meisten sowieso einlegen. Ja, ich bin sogar der Meinung, sowas sollte vom Gesetzgeber vorgeschrieben werden.
Die Schweiz hat eines der dichtestes Netze an öffentlichen Ladestationen, und bei diesen kommt der Strom nicht, wie oft behauptet, aus Kohlekraftwerken.
Da die Schweiz, Europaweit, die niedrigste Wohneigentumsquote hat, ist das Laden zuhause allerdings etwas schwieriger, Mieter haben es nicht immer einfach eine Ladestation zuhause zu installieren.

Beim Kauf eines Autos ist immer der Preis ein sehr wichtiger Faktor. Immerhin ist er mit abstand der grösste Kostenfaktor.
Man darf davon ausgehen das die Preise von E-Autos im moment zwar noch etwas höher sind als jene von Verbrennern. Diese Unterschiede werden sich aber ab 2020 tendenziell angleichen.
Ich persönlich bezweifle allerdings jetzt schon, das E-Autos in der Anschaffung teurer sind.
Ein Tesla Model 3 bekommt man ab 60000.- Franken, für dieses Geld erhält man bei BMW keinen ähnlich ausgestatteten 3er mit Benzin oder Dieselmotor. Beim neuen Peugeot 208 ist der Basispreis des e-Modells zwar rund 10000.- Franken höher, bereinigt man allerdings die Ausstattung soweit möglich, ist der Preisunterschied nur noch etwa die Hälfte.
Im Betrieb machen die E-Autos den Preisunterschied wieder wett. Ein E-Auto ist auf 100 Kilometer gerechnet deutlich günstiger als konventionelle Autos. Die Ladekosten hängen vom Stromtarif des Anbieters ab, genau wie jene von Verbrennern, vom Benzin- oder Dieselpreis.  
 
Ein weiterer kritikpunkt ist der Schrott welcher eine Lithium-Ionen-Batterie hinterlassen soll.
Es gibt heute bereits Methoden bei welchen eine solche Batterie zu 96% recycelt und anschliessend wiederverwertet werden kann.
Hier steht das E-Auto dem Verbrenner in nichts nach.   LINK
 
Die These das E-Autos öfters brennen als Autos mit Verbrennungsmotoren entstammt auch einem Märchenbuch.  LINK
Das sie bei einem Brand schwieriger zu Löschen sind, steht ausser Frage.
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Elektrofahrzeuge sind anders zu Fahren als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Da beim Elektromotor das Drehmoment sofort zur Verfügung steht beschleunigen sie Start weg deutlich schneller als Autos mit herkömmlichen Antrieben. Das Fahrerlebnis ist also anders als bei Autos mit Benzin- oder Diesel-Motor.
Auch die Tatsache, dass Elektrofahrzeuge sehr leise sind, hat Auswirkungen. Es gilt, andere Verkehrsteilnehmer, nicht zu erschrecken. Dafür wird bei Geschwindigkeiten unter 20 bis 30 Kilometer pro Stunde ein künstliches Fahrgeräusch erzeugt.

Der Elektromotor an sich hat kaum noch entwicklungspotential. Er ist längst ausgereift, und läuft bei jeder Witterung sehr zuverlässig ist Langlebig und Wartungsarm.
Das Entwicklungspotential der E-Autos liegt vor allem beim Stromspeicher und bei der Energierückgewinnung.
Hier wird sich die
Technik der E-Autos, auch dank dem politischen Druck, in Zukunft schnell weiter entwickeln.
Die Lithium-Ionen-Batterie kann und wird nicht der einzige Stromspeicher im Auto sein. Hier dürfte in den nächsten Jahren, wohl Wasserstoff eine wichtige alternative darstellen.
 
Klar ist allerdings, E-Autos werden den Klimawandel genauso wenig beeinflussen, wie alle anderen Massnahmen welche die Politiker aller Farben in ihren Wahlkampfreden grossspurig und gerne als das allerwelts Heilmittel versprechen.]]>
<![CDATA[Hansueli Nufer]]>Wed, 14 Feb 2018 23:00:00 GMThttp://ce-racingfoto.ch/charlys-blog/hansueli-nuferPicture
So richtig den Knopf geöffnet habe ich erst ab der siebten Klasse. Klar, ich habe vorher Lesen Schreiben und auch Rechnen gelernt, ich war in Geografie und Geschichte vielleicht überdurchschnittlich gut. Doch Lernen machte nicht sehr viel Freude. Mich selbst dafür zu motivieren war schwierig.
Jaja, bei den Lehrern galt ich als dumm und vor allem faul.
Der grösste Erfolg war es damals das mein Vertrag mit der fünften Klasse um ein Jahr verlängert wurde. Jaja, da war damals auch ein bisschen Absicht mit im Spiel. Oberlehrer Meinenzagen zwei Jahre (5. & 6. Klasse) ertragen, nein danke, lieber habe ich die Klasse wiederholt. Jaja, ich habe den alten Mann provoziert wann immer es ging und erreicht was ich erreichen wollte.
Die Schuljahre 5-2 und 6 habe ich dann abgesessen, weiter ohne viel Motivation und ohne grosse Leistungen. Ich bin so mitgeschwommen, Bin mit streichen, auch mal heftigere, aufgefallen, die Leistungen blieben Durchschnitt.
Dann kam er, Hansueli Nufer, ehemaliger Spitzenhandball Torhüter, damals berüchtigt für seine Kopfnüsse. Schon am ersten Tag habe ich gespürt das mir hier jemand eine Chance gibt, mich unvoreingenommen akzeptiert.
Da war ein Lehrer der forderte, Leistung aber auch anerkennen konnte. Jaja, mir ist klar, für einige meiner Klassenkameraden, aber vor allem Kameradinnen sah es ein bisschen anders, sie mochten ihn nicht. Hassten ihn für seine direkte und strenge Art, doch ich war motiviert, angestachelt mehr zu leisten. Erstmals in meinem Leben lernte ich auch ausserhalb der Schule, erledigte sogar die Hausaufgaben.
Die drei Schuljahre, die ich bei Hansueli Nufer erleben durfte waren für mich eine durchwegs positive Schulerfahrung. Von mir wurde viel gefordert, im Gegenzug übertrug man mir Verantwortung, und hat sich für mich eingesetzt.
Skilager, ja das war bei uns damals freiwillig, in der sechsten Klasse wollte ich das erste mal mit dabei sein, doch die Lehrerschaft um Lehrer Felber welcher das Lager jedes Jahr organisierte wollte mich nicht dabei haben, haben meine Anmeldung mit der Begründung ich würde nur Unruhe stiften abgelehnt, das selbe in der siebten Klasse.
Als mich Nufer kurz vor dem Skilager fragte warum ich, als begeisterter Skifahrer den nicht ins Skilager wolle, erzählte ich ihm das man mich da nicht haben wolle. Drei Tage später erhielt meine Mutter den Anruf, mit der Begründung das jemand abgesagt habe würde man mich jetzt doch gerne mitnehmen.
Ich denke ich habe ziemlich alle überrascht, klar, ich wollte das in mich gesetzte Vertrauen nicht enttäuschen und habe mich von der besten Seite gezeigt. Ich merkte aber auch, dass ein Skilager mit der Schule nicht so mein Ding ist. Bereits ab dem zweiten Tag musste ich jeweils eine Gruppe übernehmen. Nichts war es mit frei Skifahren. Doch ich habe, vor allem als danke das sich da jemand für mich eingesetzt hat alles gegeben dem Vertrauen gerecht zu werden.
Die Klassen von Hansueli Nufer durften, als einzige, in den drei Schuljahren jedes Jahr in die Landschulwoche, Ich erinnere mich nur zu gerne an die Lager in Tenero, die 12 Meter hohe Brücke von welcher wir gesprungen sind. Vor allem aber an jenes im Winter in Wengen. Ich erinnere mich an jenen Moment als wir oben am "Hundschopf" standen, wie alle mit mühe versuchten den Abhang runter zu rutschen und ich als einziger am Schluss mit meinem Lehrer noch oben stand. Ich erinnere mich an den herausfordernden blick als er mir sagte, «und getraust du dich» Ja, ich traute mich, sogar mit Anlauf und einem kleinen Sprung. ich genoss dann auch die Bewunderung nicht nur von den Kameraden, sondern auch von ihm. Lieber Hansueli Nufer du weisst es nicht, ich habe dir das nie gesagt, aber es war damals nicht das erste mal für mich. Aber es war das letzte mal, den später wurde der Hundschpf gesperrt.
Ich erinnere mich aber auch an jenen Tag als nach dem Turnen unser Klassenchef auf die Idee gekommen ist die Türe zur Dusche zu öffnen während der Mädchen am Duschen waren. Ja, nicht das ich da nicht gerne auch geschaut hätte, aber ich bin überhaupt nicht dazu gekommen, sass ganz hinten in der Garderobe als der Lehrer aufgeschreckt vom Geschrei der Mädchen hereingestürmte, schnurstracks auf mich zu kam und mir eine knallte. Es war zwar in jenem Moment ziemlich ungerecht. Ich konnte es aber akzeptieren. Ich hegte deswegen nie einen Groll gegen ihn. Sah es halt als Kompensation für all die anderen streiche bei welchen ich nicht erwischt worden bin. Er hat sich übrigens später bei mir entschuldigt. Was meinen Respekt ihm gegenüber noch weiter gestärkt hat.
Hansueli Nufer war für mein Leben, einer der grössten Mentoren, Hansueli Nufer hat mir nicht nur Rechnen und Lesen beigebracht, Von ihm habe ich viel fürs Leben gelernt. Diese Jahre waren prägend. Was ich heute bin verdanke ich zu einem grossen Teil diesem Menschen.

Hansueli Nufer, ist am 3. November 2017 in Alter von 87 Jahren verstorben. Herzlichen Dank Herr Nufer für ihr Engagement und den grossen Einsatz. Mögen Sie in Frieden ruhen.

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<![CDATA[Das Abenteuer mit dem Creatör]]>Fri, 09 Jul 2010 22:00:00 GMThttp://ce-racingfoto.ch/charlys-blog/das-abenteuer-mit-dem-creatoerEs war gestern Vormittag, ein ganz normaler Freitag 9. Juli, als wir uns entschieden für drei Tage an den Lac du Annecy (Ein Tip von Schwiegerpapa) zu fahren, dass wir sicher toll, am Strand liegen und nichts tun, einfach nur entspannen. Welches Auto nehmen wir, Logisch, Jacquelines Citroen hat 200000 km weniger auf der Uhr ist 10 Jahre jünger, kommt noch hinzu das wir ja ins Land des "Creatörs d ottomobile" fahren. Nur kluge Menschen würden da einen Saab vorziehen.
Gut am Lac d Annecy angekommen gilt es einen Zeltplatz etwas ausserhalb zu finden. Rezeption anmelden bezahlen alles ist gut. Nun also rein ins Auto zum Platz fahren und Zelt aufstellen. Denkst der Citroen will jetzt nicht mehr, verbündet sich mit den Italienern und streikt. Gut, ein Telefon zum Händler der Jacqueline vor zwei Wochen das Auto (übrigens auch das ein Tipp von Schwiegerpapa) verkauft hat. Gut jetzt wissen wir das die wissen das dieses Auto ein Problem mit dem Schlüsselcode hat, sie müssen nur den Ersatzschlüssel…. Jaja machen wir, doch der liegt jetzt noch zuhause. Vor dem geistigen Auge sehe ich ihn sogar. Na gut, dann gehen sie zu einem Citroen Händler, der kann das Schlüssel neu Codieren. OK, nur Creatörs Händler wollen aber jetzt nicht arbeiten, es ist Freitag kurz vor Feierabend, sie können sich verständlicherweise erst am Montag darum kümmern.
OK, jetzt muss halt Charly schnell nach Hause fahren den Ersatzschlüssel holen. Gibt ja ÖV und ein GA hat er auch.
Schnell Fahrplan zur Hand nehmen. Der Weg ist klar, Bus nach Annecy dann Genf-Bern-Messen Unterramsern. Der Bus 17:31 Uhr fährt jedoch am auf der Haltestelle winkenden Charly vorbei. Gut, ich habe ja Füsse, und soweit kann es nicht sein bis zum Bahnhof. 32 Grad am Schatten, wenn es den einen solchen hätte. Links die Strasse rechts der See mit den Badenden. Einige sogar oben ohne. 19:45 bin ich endlich am Gare de Annecy. SNCF steht da in grossen Lettern das schafft vertrauen.
Hm, leider ist SNCF nach 19.00 Uhr nicht mehr gewillt nach Genf zu Fahren. Auch der Tip vom Bus, der nach Genf fährt ist nichts wert. alles erst wieder morgen früh.
Mir graut es davor hier am Bahnhof die Nacht verbringen zu müssen.
Gut, es gibt ja den Taxistand. Doch da stehen drei Taxis, wohlverstanden zweimal solche aus dem Hause des Creatör und ein richtiges Auto. Obwohl ich der französischen Sprache kaum mächtig bin schaffe ich es die drei Fahrer die da rumstehen zu überzeugen das ich mit dem Honda nach Genf geführt werden will.
Was die Fahrt gekostet hat will ich hier mal nicht beziffern, aber es hätte für vier bis fünf Runden Nordschleife gereicht.
Der Zoll liegt dann hinter mir, Jupeidie und jupeida ich bin in der Zivilisation angekommen. Ich würde mir nun gerne eine Cola genehmigen, ich habe schliesslich seit 17.00 Uhr nichts mehr Flüssiges zu mir genommen.
Doch kaum im Bahnhof kommt schon der Zug nach Bern wohlverstanden es ist inzwischen 21.47 Uhr, Cola muss warten, im Zug kommt sicher so ein Wägeli mit leckeren Sachen. Ich setze mich ins Abteil zu einer Frau in meinem Alter, sie liest ein Buch. vis a vis sitz ein Junger Mann von ca. 15 Jahren. Urs K.... steht auf dem Koffer. Nach kurzer Fahrt, ich hatte mich schon auf eine ziemlich langweilige fahrt eingestellt fragt er mich ob ich vielleicht ein Handy hätte. Er müsste nach Hause telefonieren und habe selber keines.
Das Gespräch welches ich belausche war nicht schön, er hätte um 16.30 Uhr zuhause in Olten sein sollen, doch sein Zug aus dem Süden hatte Verspätung, Hallo wir haben 22.00 Uhr und sind in Lausanne. Soviel Verspätung kann sich kein Zug einheimsen.
Nun geht es aber richtig los, die Frau mir gegenüber erklärt mir das sie auch aus den Süden hochkommt und nach Fahrplan auch so gegen 17.00 Uhr hätte in Solothurn sein sollen. Im Abteil hinter mir sitzt noch ein weiteres Opfer mit Bern 15:30 Uhr. Jaja, SNCF Lokomotiven Habens wie der Creatör. Und wenn dann schon Freitag ist geht es halt nicht mehr sooooo schnell.
Ich und mein vis a vis rätseln einen Moment darüber ob wir in Bern den Anschluss Richtung Solothurn noch kriegen. Na was soll die Frage, wir sind doch jetzt in der Zivilisation. Das klappt wie am Schnürchen, Ich entscheide mich bis Bätterkinden mit der RBS zu fahren und von dort nach Hause zu laufen. Ich schlage das Angebot der Frau aus mich von Solothurn mit dem Auto nach Hause zu bringen.
Nein, sie trägt keinen Ring und ist ziemlich attraktiv, da geh ich sicherheitshalber lieber zu Fuss. Ist ja nur quer rüber bis zum Bach dann diesem entlang und schon bin ich zuhause. 1h dauert das schlussendlich, dann bin ich zuhause und ich kann euch sagen, abgestandenes Elmer Citro schmeckt verdammt gut. Bald mache ich mich wieder auf den Weg nach Annecy, allerdings nur weil Frau und Hund dort auf mich warten. Verwöhnt von der Schweizer Zuverlässigkeit werde ich das Land des Creatör in Zukunft sicher noch mehr meiden. Und der Citroen soll in Zukunft fahren wer will. Wenn ich dabei bin ist das nicht mehr angesagt.
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<![CDATA[Formel 1 Fieber]]>Sat, 05 Oct 1974 23:00:00 GMThttp://ce-racingfoto.ch/charlys-blog/formel-1-fieberEs ist spät Abends an einem Sonntag, normal muss ich da um 20.00 Uhr im Bett sein, doch heute ist alles anders.
Die ganze Familie sitzt gespannt vor dem Fernseher, Clay Regazzoni gegen Emerson Fittipaldi ist angesagt, es geht um die Formel 1 Weltmeisterschaft 1974, das letzte Rennen steht an.
​Obwohl unser relativ kleines Fernsehgerät nur Schwarzweiss Bilder wiedergibt, kann ich nicht mehr wegsehen.

Klar, ich habe schon ein paar Rennen der Formel 1 am TV gesehen, habe auch schon farbige Bilder gesehen, doch so wie jetzt ist die Spannung noch nie an mich herangekommen.
Regazzoni für welchen mein Herz damals schlägt startet nur als neunter direkt hinter Fittipaldi. Ein Wagen, es war Mario Andretti blieb beim Start stehen, der Schreck sass tief, doch Regazzoni schaffte es dem Auto auszuweichen und trotzdem mit keinem anderen Wagen zu kollidieren. Doch er lag nur auf Platz acht, immer noch hinter Fittipaldi, er verlor aber zusehends den Anschluss und von hinten näherten sich andere Fahrer.
In der zehnten Runde gab es einen Unfall, bei welchem Helmuth Koinigg sein Leben verlor, doch das erfuhr der Fernsehzuschauer erst viel später. Alle Augen waren auf das Duell um die Weltmeisterschaft gerichtet. Regazzoni fuhr zur Box lies die Reifen wechseln, die Felle schwammen dem Tessiner davon.
Es war schlussendlich ein enttäuschender Abend aber in mir war ein besonderes Fieber entsprungen welches mich nie wieder loslassen sollte.
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<![CDATA[Die Angst in Spa-Francorchamps]]>Fri, 21 Jul 1972 23:00:00 GMThttp://ce-racingfoto.ch/charlys-blog/die-angst-in-spe-francorchampsEs war der 22. Juli 1972, ich, gerade mal sieben Jahre alt, und mein grosser Bruder (16) standen in Stavelot, vor uns lief das 24h Rennen von Spa Francorchamps, klar wusste ich das die Capris gegen die BMWs fuhren und sich ein erbitterten Kampf um den Sieg lieferten.
Doch im Moment hatte ich eigentlich nur Angst, grosse Angst, wir standen auf der Aussenseite der Kurve direkt an der Leitplanke. Die Autos fuhren mit gefühlten 1000 km/h an uns vorbei.  Ich hatte kein vertrauen in die Fahrer, wäre nur zu gerne weg gegangen von hier, doch egal wie gross die Angst auch ist, ein Feigling will ich auf keinen Fall sein.
Natürlich wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht das ein paar Jahre zuvor an genau jener Stelle an der wir jetzt standen zwei Jungs ihr Leben verloren haben weil sie genau dort beim Formel 1 Grand Prix Fotos machen wollten.
Plötzlich trat ein Polizist an meinen Bruder heran und wies ihn auf Französisch an hinter die Absperrung zurück zu gehen. Ich war dieser Sprache nicht mächtig, wusste aber genau was der wollte, doch Marcel hielt mich fest als ich weglaufen wollte. Bestimmt und ziemlich frech (ich möchte seine Worte in breitem Berndeutsch hier nicht wiedergeben), antwortete mein Bruder dem Polizisten das er nicht im Sinn habe hier weg zu gehen. Die beiden diskutierten lange und relativ lautstark miteinander, und zu meinem Leidwesen zog sich am Ende der Polizist zurück und wir blieben wo wir waren.
Ich habe zu meinem Bruder hoch geschaut, habe ihn bewundert das er den mächtigen Polizisten besiegt hat, gleichzeitig habe ich ihn gehasst weil ich weiterhin nahe daran stand mir in die Hose zu machen.
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<![CDATA[Der verlorene Sohn]]>Thu, 13 Jul 1972 23:00:00 GMThttp://ce-racingfoto.ch/charlys-blog/der-verlorene-sohn
Irgendwo in der Bretagne. Unser Peugeot Camper parkte auf einem langen Damm mit einem genauso langen Sandstrand.
Mein Bruder und ich verbrachten den ganzen Tag am Strand, er, ganz klar mit dem Auftrag auf den kleinen aufzupassen. Was er ja sonst auch immer mit ziemlicher Strenge, etwas wieder willig zwar, auch tat.
Wir genossen diesen herrlichen Tag, ich baute Sandburgen und mein Bruder flirtete mit den Mädchen. Mir war schon nicht klar wie man sich mit Mädchen abgeben konnte, und dann erst noch mit solchen die der Deutschen Sprache nicht mächtig waren. Er war der grosse Schwarm am Strand. Ich hatte da viel Wichtigeres zu tun, kümmerte mich um mein Schäufelchen und füllte wieder und wieder den kleinen Kessel mit Sand um wieder einen Turm ins Wasser zu bauen welcher von der nächsten Welle natürlich wieder weggespült wurde.
Später wollte mein Bruder das ich mit ihm ins Wasser gehe, naja, Schwimmen, hatte er mir sehr früh beigebracht, schliesslich wohnten wir direkt am Fluss, da war es sicherer Schwimmen zu können. Ich glaube ich konnte es besser als Laufen.
Wir blieben lange im Wasser, spielten mit den Wellen, er warf mich hinein und zeigte mir wie man unter den Wellen hindurch tauchen konnte. Ja, ich habe Wasser immer geliebt und wir blieben lange im Meer.
Irgendwann hatte ich dann doch genug und wir begaben uns zurück an den Strand. Doch, unser Platz unsere Badetücher waren nirgends mehr zu sehen.
Wir schauten nach links und nach rechts, nichts von unseren Sachen zu sehen. Was nun, hatte das jemand gestohlen. Nein, mein Bruder wusste es, wir wurden vom Meer abgetrieben, aber in welche Richtung?
Wir, clevere Jungs trennen uns, ich gehe links du nach rechts höre ich Marcel heute noch sagen.
Um es kurz zu machen, diese Entscheidung war falsch, ich bin eine gefühlte Stunde gelaufen bis ein Polizist, natürlich einer der nicht meine Sprache spricht, mich aufgegriffen hat.
Nach ein Paar Telefonaten und ein paar Runden mit dem Streifenwagen finden sie endlich unseren Camper meinen Bruder und meine Eltern.
Das Donnerwetter vom Papa hatte Marcel schon lange eingesteckt, so das ich, das Nesthäkchen mit Freude empfangen wurde.
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<![CDATA[Meine kleine Weihnachtsgeschichte]]>Thu, 23 Dec 1971 23:00:00 GMThttp://ce-racingfoto.ch/charlys-blog/meine-kleine-weihnachtsgeschichtePicture
Jetzt ist wieder die Zeit wo sie herumschleichen, sie die alten Männer mit ihren langen weissen Bärten, die aussehen als wären Sie aus Watte gemacht und dem aus billigem Stoff gefertigten roten Mantel. Ja dieser Mann hat mein Leben nachhaltig geprägt.Das war damals, Anfang der 70er Jahre.
Der "Samichlous" hat bei uns, immer an Heiligabend das schöne Weihnachtsfest gestört.
Unser Wohnzimmer hatte sich wie immer in eine wunderschöne Gaststube verwandelt, auf dem weissen mit Stickereien verzierten Tischtuch standen die von silbernen Ständern gehaltenen roten Kerzen, dazwischen verstreut kleine Tannäste.
Unter dem edlen und von meiner Mutter mit viel Liebe geschmückten Tannenbaum lagen alle diese wunderbaren Geschenke. Nein, natürlich nicht alle für mich, das hatte ich längst erkundet, einige auch für meinen Bruder oder die Cousinen und Cousins welche für diesen Abend mit ihren Eltern bei uns auf Besuch waren.
Kurz nach dem Essen war es soweit, es klingelte an der Tür, alle wurden sofort still, auch die grossen. Mein Vater, er erschien mir in diesem Moment als besonders mutiger Mann, stand auf und ging zur Türe. Ich erinnere mich als wäre es gestern, an die schweren Schritte, an das Gebimmel einer kleinen Glocke, welche den Claus ankündigte während er noch unsichtbar für uns den Flur entlangkam.
Ja, ich habe mit 6 oder 7 kaum noch an den Samichlaus geglaubt. Es kann nämlich schlicht nicht sein das ein einziger Mensch das ganze Jahr jede Sünde sieht das jedes Kind macht. Auch nicht, wenn er, wie meine Mutter erzählt hatte, über ein ganzes Heer von Freunden verfügte, welche ihm alles erzählten. Ich habe mich stets Cool gegeben. ... Doch jetzt ... die Stunde der Wahrheit, eigentlich hatte ich ja nichts Schlimmes getan, oder, besser gesagt, er konnte es wirklich nicht wissen. Zum Beispiel das ich Linda auf den Mund geküsst habe, nein, wir hatten uns schliesslich gut versteckt. Auch das ich Peter Reber morgens um halb sieben in seiner Hütte im Wald durch lautstarkes Klopfen geweckt habe, um ihm zu erzählen das ich ihn am TV gesehen hatte kann ihm niemand erzählt. Wusste er vielleicht dass ich meiner Lehrerin Kieselsteine in die Chrom Radkappe gelegt habe und sie das Auto anschliessend in die Werkstatt gebracht hat. Wusste er von der Sache mit den Kaninchen, oder dem Elektrowagen des Milchmann, kannte er vielleicht sogar meine Schulnoten.
Der grosse Mann stand nun direkt vor mir, der Weinrote Mantel aus edlem Stoff mit seinen goldenen Applikationen, den wertvoll aussehenden Knöpfen, die schweren braunen Lederstiefel dem langen weissen Bart der sehr echt aussah, beeindruckten mich nun doch ... Wenn es doch einen Weihnachtsmann gab, dann ist er es ... schoss es mir durch den Kopf.
Verdammt, er wusste alles. Während er mir meine Sünden vor hielt schlug er öfters mit der Rute in seine braunen Lederhandschuhe, welche seine Hände verdeckten.
Mir schoss das Blut in den Kopf, ich spürte das mir die Haare zu Berge standen, sah die Geschenke davonschwimmen. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis er mit mir fertig war. Ich verkroch mich in die hinterste Ecke und schwieg so still ich nur konnte, während er sich die anderen Kinder mit wesentlich kürzeren Sünden Listen vornehmen konnte.
Dass die blöde Frau Thomann eine Verräterin ist war ja klar, dass Peter gesungen hat ist eigentlich auch ziemlich klar, was anderes konnte der ja nicht. Doch Linda ... ich konnte es kaum glauben, gleich am ersten Tag nach den Ferien mache ich Schluss mit ihr, ich will nicht mit einem “Samichlousstasi“ befreundet sein. Sowieso, mit Mädchen will ich nie mehr was zu tun haben, schwor ich mir in diesem Moment.
Das ich dann, als er endlich wieder weg war, trotzdem all meine Geschenke bekommen habe beruhigte mich allerdings wieder ein wenig, trotz allem hatte der alte Mann erlaubt das ich Geschenke bekomme, es musste folglich also Kinder geben die noch mehr auf dem Kerbholz hatten als ich.
Ich war dann auch sofort der festen Überzeugung das meine Freunde Aldo und Thomas sicherlich nix zu Weihnachten bekommen haben.
Ja lieber Weihnachtsmann, du hast mich geprägt, doch wenn du glaubst du hättest aus mir ein liebes Kind gemacht, ... vergiss es ... ich habe schon am nächsten Morgen um sechs Uhr das ganze Haus geweckt, weil ... ICH !!! JETZT!!! MEINE!!! … neue Faller Autorennbahn ausprobieren wollte. Das “ich“ und “meine“ nahm ich dabei sehr genau.
Mein Bruder durfte da mit Sicherheit nicht mitspielen, schliesslich durfte ich seine CCR Kassette auch nie auf meinem Gerät abspielen und auf das berühren des schönen, Jackie Stewart Tyrrells, welcher bei ihm im Gestell stand, hatte er die Todesstrafe ausgesprochen. Ich war natürlich froh, hat er, anders als der Weihnachtsmann, keine “Freunde“ gehabt, und auch, und ich einen lieben Vater, welcher den abgebrochenen Heckflügel wieder geklebt hat, bevor Marcel Eyer nach Hause gekommen ist.
Trotzdem, dieser Weihnachtsmann hat mich geprägt, meine Haare stehen mir nämlich heute noch zu Berge.
In diesem Sinne wünsche ich euch allen eine schöne Weihnachtszeit

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<![CDATA[Der erste Kuss]]>Wed, 09 Jun 1971 23:00:00 GMThttp://ce-racingfoto.ch/charlys-blog/august-09th-2019Der Kindergarten bedeutete für mich den ersten richtigen Kontakt zu gleichaltrigen Mädchen. Bis da war ich immer nur um mit gleichaltrige jungs zusammen gewesen. Anders als bei der Generation meines Bruders wo er einziger junge unter 15 Mädchen war hatte es zu meiner Zeit nur noch Jungs im Quartier. Im Kinderarten war ich dann vor allem von Linda angetan, dieses vorwitzige Mädchenckigen braunen Haaren und dem schelmischen lächeln.
Sie war die erste die mir Schmetterlinge in den Bauch zauberte. Wir hatten uns schnell angefreundet und verbrachten einiges an Zeit zusammen, vor allem am freien Mittwochnachmittag.
Sie konnte sich zwar weder für Autos noch für Fussball oder Skirennen begeistern, doch mich störte das damals keine Bohne. Wir schlichen oft um das kleine Häuschen im Wäldchen, neben dem Block in welchem Linda gewohnt hat.  Irgendwie fühlte sich das Haus an wie das Lebkuchenhaus aus diesem Märchen von Hänsel und Gretel, und lange hatten wir auch geglaubt darin würde tatsächlich eine Hexe wohnen. Wie wir jedoch viel später herausfanden wohnte dort ein, in unseren Augen recht alter Mann, den wir aus dem Fernsehen kannten, ein bekannter Musiker welcher zusammen mit wie wir damals angenommen haben seinem besten Freund und seiner Freundin wundervolle Lieder zum Besten gab. Doch wie gesagt, diese Erkenntnis kam erst etwas später.
Wenn immer wir uns zum Haus schlichen taten wir es sehr leise, wir wollten auf keinen Fall das Schicksal von Hänsel und Gretel teilen. Meistens hörten wir dann wie drinnen jemand Musizieren, Gitarre, Klavier und manchmal auch Gesang. Eine männliche Stimme. Wir malten uns aus das der junge der da von der Hexe gefangen worden war zur Strafe das er sich dem Häuschen genähert hatte, singen und musizieren musste. Na, das wollten wir auf keinen Fall auch müssen und waren immer sehr sehr vorsichtig.
Angst und Faszination zugleich zog uns jedoch wieder und wieder zum kleinen Häuschen, bis irgendwann, wir lauschten wieder der Musik als Linda sich auf einmal eng an mich drückte. Ich drehte mich gegen Sie und wollte ihr mut zusprechen, weil ich überzeugt war das sie wie ich etwas Angst hatte. Als sich dann unsere Blicke trafen, konnten beide diesem magischen blick nicht entkommen und wie von einem Magneten gezogen trafen sich Sekunden später unsere Lippen. Wouuu der erste Kuss ... also natürlich der erste richtige Kuss, nicht so einer wie von Mama oder den Tanten aus Frankreich den man sich hinterher mit dem Ärmel den Mund abwischt. Nein, ich meine, so ein richtiger Kuss den man auf den Lippen trocknen lässt den man jedes Mal wieder schmeckt wenn man sich mit der Zunge über die Lippen fährt.
Ich und Linda blieben zwar auch danach irgendwie verbunden, wir verbrachten weiterhin die Freien Nachmittage zusammen. doch der Kuss, so schön er auch war hatte etwas verändert, hatte eine gewisse Distanz geschaffen.
Ja, jetzt lieber Aldo, du magst ja der um Welten bessere Fussballer gewesen sein, und du lieber Thomas hast mit Judo und Karate beeindruckt, aber ich, ich war der echte Kerl von uns dreien, ich hatte schon geküsst, da habt ihr noch nicht mal gewusst das es Mädchen gibt

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